Neues Erasmus+ Projekt startet: Roots & Fruits der Bildungshäuser in DE & AT

Beitrag vom 01.10.2026

Erasmus+ Projekt „ROOTS & FRUITS der europäischen Demokratiebildung – Grundtvig neu gelesen“ startet am 1. Oktober 2026

Wie können Bildungshäuser heute Orte für Begegnung, Dialog und demokratische Teilhabe sein? Und was kann die Bildungsidee des dänischen Pädagogen N.F.S. Grundtvig dazu beitragen?
Mit diesen Fragen startet am 1. Oktober 2026 das Erasmus+ Projekt „ROOTS & FRUITS der europäischen Demokratiebildung – Grundtvig neu gelesen“ der ARGE BHÖ und des Verbands der Bildungszentren im ländlichen Raum (VBLR).

Grundtvig gilt als einer der historischen Wegbereiter der europäischen Bildungshaus- und Heimvolkshochschulbewegung. Sein Bildungsverständnis begreift Lernen als lebenslangen, dialogischen und gemeinschaftsorientierten Prozess: als „Schule für das Leben“, in der Mündigkeit, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe gestärkt werden. Zusammengefasst wird diese Idee im Grundsatz „Leben und Lernen unter einem Dach“.

Genau hier setzt „ROOTS & FRUITS“ an. Das Projekt möchte die grundtvigsche Bildungsidee für den heutigen Kontext aktualisieren und ihre Bedeutung für die Arbeit der Bildungshäuser stärken. Angesichts von politischer Polarisierung, sozialer Spaltung und zunehmenden Herausforderungen insbesondere in ländlichen Räumen sollen Bildungshäuser wieder stärker als offene Lern-, Lebens- und Begegnungsorte für demokratischen Dialog und gesellschaftliche Teilhabe verstanden werden.
„Das Projekt versteht sich als zeitkritische Intervention, um ein zentrales pädagogisches Erbe nicht weiter zu marginalisieren, sondern es bewusst zu aktualisieren und für die Gegenwart nutzbar zu machen.“


Von der Analyse in die Praxis
Dabei soll es nicht bei der Auseinandersetzung mit Grundtvigs Geschichte und Pädagogik bleiben. Das Projekt verbindet Analyse, Austausch und konkrete Praxis.
Sechs Grundtvig-Botschafter*innen aus deutschen und österreichischen Bildungshäusern bringen die Perspektive der Praxis in das Projekt ein und erproben jeweils mindestens eine „Grundtvig-Challenge“ in ihrem Haus. Die kleinen, niederschwelligen Praxisprojekte sollen informelle Begegnung und Austausch im Alltag stärken – beispielsweise durch gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsames Singen oder offene Begegnungsformate.

Parallel wird in zwölf Mitgliedseinrichtungen eine Ist-Stand-Analyse durchgeführt: Welche grundtvigschen Prinzipien sind in den Häusern heute noch lebendig? Wo bestehen Herausforderungen, Potenziale oder gute Praxisbeispiele?
Die Ergebnisse fließen in weitere Projektformate ein: zwei Online-Workshops, zwei Multiplikator*innen-Veranstaltungen sowie eine Ergebnisbroschüre mit praxisorientiertem Toolkit sollen Grundtvigs Bildungsansatz verständlich vermitteln und konkrete Methoden für die Arbeit in Bildungshäusern und Einrichtungen der Erwachsenenbildung zugänglich machen.

Ziel ist es, die historischen Wurzeln der Bildungshausbewegung mit den Anforderungen der Gegenwart zu verbinden – und Bildungshäuser als Orte zu stärken, an denen Demokratie nicht nur vermittelt, sondern erlebt und gestaltet werden kann.

Das Projekt läuft vom 1. Oktober 2026 bis Ende Mai 2028 und wird durch Erasmus+ gefördert.


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